Fach-Forum „Bauen im Bestand“ bei ZÜBLIN: Umbaukultur als Schlüssel der Bauwende

Die Zukunft des Bauens entscheidet sich im Bestand. Das zeigte das Fach-Forum „Bauen im Bestand“, das Neues Bauen – 80 Sekunden gemeinsam mit der Ed. Züblin AG am 28. und 29. Oktober in Köln ausgerichtet hat. Rund 100 Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Planung diskutierten, wie Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und neue Bewertungsmodelle die Sanierung und Transformation bestehender Gebäude beschleunigen können.
Bereits am Vorabend gab die Besichtigung der Generalsanierung der Zentralbibliothek Köln Einblicke in eines der bedeutendsten öffentlichen Umbauprojekte Nordrhein-Westfalens. Das Projekt steht für eine neue Haltung im Bauwesen: digitale Planung, serielle Verfahren und CO₂-arme Baustoffe greifen ineinander – der Bestand wird nicht nur erhalten, sondern aktiv neu interpretiert.
Im Zentrum des Forums stand die Erkenntnis:
Umbaukultur ist das Fundament einer nachhaltigen Bauwirtschaft.
Keynotes und Panels machten deutlich, dass die Bauwende auf drei Säulen beruht – Daten, Kreisläufe und neue Bewertungslogiken.
Digitale Bestandserfassung und KI-gestützte Gebäudedaten schaffen Transparenz und Planbarkeit für Sanierungsentscheidungen.
Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung – von sortenreinem Rückbau bis zur Wiederverwendung von Materialien.
Neue Bewertungsmodelle rücken Lebenszyklus, CO₂-Bilanz und soziale Nutzungsperspektiven in den Mittelpunkt.
Impulse kamen u. a. von Markus Greitemann (Stadt Köln), Niklot von Bülow (ZÜBLIN), Prof. Eva-Maria Pape (TH Köln), Dr. Birgit Guhse (Arcadis), Christina Freese (Concular), Gerhard Wittfeld (kadawittfeldarchitektur), Thomas Kirmayr (Fraunhofer IBP / Allianz Bau) und Christian Krüger (VELUX).
Im Innovationspanel „Das Update fürs Gebäude“ diskutierten Vertreter von Viega, Würth, GIRA, Mitsubishi Electric und Concular über neue Technologien und Materialien.
In vier Arbeitsgruppen wurden praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickelt – von digitaler Materialerfassung über ESG-Bewertung bis zur Integration serieller Prozesse in öffentliche Ausschreibungen.
Der abschließende Startup-Pitch mit CAALA, TRIQBRIQ, Bobbie Baustoffhandel und Plan4Software zeigte, wie Innovation und Unternehmergeist den Wandel im Bestand weiter beschleunigen.
Robert Kroth, Geschäftsführer von Neues Bauen – 80 Sekunden, betonte:
„ZÜBLIN zeigt mit Projekten wie der Kölner Zentralbibliothek oder der Hochschule für Musik und Tanz, wie komplexe Umbauvorhaben heute umgesetzt werden können – mit digitaler Präzision, klaren Prozessen und Haltung. Jetzt gilt es, diese Modelle in den breiten Markt zu übertragen.“
Das Fach-Forum verdeutlichte, dass Bauen im Bestand kein Übergangsthema, sondern der Kern der Bauwende ist: Wenn Bestand, Digitalisierung und Verantwortung ineinandergreifen, entsteht eine Baukultur, die Ressourcen bewahrt und Zukunft gestaltet.
