Parlamentarisches Frühstück: Neues Bauen – 80 Sekunden präsentiert Dach-Studie in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft

Wie lassen sich kurzfristig zusätzliche Wohnungen schaffen – schnell, klimafreundlich und ohne neue Flächenversiegelung?
Diese Frage stand im Zentrum eines parlamentarischen Frühstücks, zu dem Neues Bauen – 80 Sekunden gemeinsam mit VELUX und der Leaftech GmbH am 3. Dezember 2025 in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft eingeladen hatte. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Fachpraxis ist, um die großen wohnungspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen.

Ein Potenzial von über 270.000 Wohnungen – direkt im Bestand

Im Mittelpunkt stand die Vorstellung der neuen Studie „Mehr Wohnraum im Dach – Potenzialanalyse für Dachausbau und Aufstockung in Deutschland“, die im Auftrag von Neues Bauen – 80 Sekunden und VELUX von der Leaftech GmbH durchgeführt wurde.

Die Analyse kommt zu einem klaren Ergebnis:

Auf und unter Deutschlands Dächern steckt ein ganzes Baujahr Wohnraum.

Die Studie weist ein bundesweites, kurzfristig aktivierbares Potenzial von über 270.000 zusätzlichen Wohnungen nach – vollständig im bestehenden Gebäudebestand, unter realistischen technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und ohne zusätzliche Flächenversiegelung. Insgesamt wurden mehr als 20 Millionen Gebäude untersucht, wovon 77.811 Gebäude als unmittelbar geeignet identifiziert wurden.
Die größten Potenziale liegen laut Studie insbesondere in Bayern, Hamburg, Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Vor allem mehrere Hamburger Postleitzahlgebiete sowie Städte wie München, Frankfurt, Hannover und Münster weisen eine besonders hohe Aktivierungswahrscheinlichkeit auf.


Ein zentrales Element der Veranstaltung war die Einordnung von Sabine Poschmann (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.

Sie betonte:

„Die Studie zeigt klar: Im Dach liegt ein erhebliches, kurzfristig aktivierbares Wohnraumpotenzial. Um es zu heben, brauchen wir ein abgestimmtes Vorgehen von Politik, Kommunen, Bau- und Wohnungswirtschaft. Formate wie dieses Parlamentarische Frühstück und der fachliche Austausch dahinter stärken unsere gemeinsame Handlungsfähigkeit. Wohnraum zu schaffen ist Demokratieförderung – weil gesellschaftlicher Zusammenhalt nur gelingt, wenn Menschen die Chance auf gutes und bezahlbares Wohnen haben.“

Poschmann hob zudem die Bedeutung des neuen § 246e BauGB („Bau-Turbo“) sowie das von Bundesministerin Verena Hubertz angekündigte Umsetzungslabor Bau-Turbo hervor:
„Kommunen, die heute bauen wollen, stehen vor einer doppelten Herausforderung: Wohnraum schaffen – und das im Einklang mit Klima, Ressourcen und sozialem Zusammenhalt. Der neue § 246e BauGB ermöglicht deutliche Beschleunigungen.“
Neben Staatssekretärin Poschmann nahmen die Bundestagsabgeordneten Lutz Brinkmann (CDU/CSU), Wilhelm Gebhard (CDU/CSU), Stephan Mayer (CDU/CSU) und Sepp Müller (CDU/CSU) sowie weitere Fachreferentinnen und Fachreferenten teil.

Digitalisierung als Schlüssel: Datenbasierte Aktivierung von Potenzialen

Die Studie basiert auf einer der umfassendsten Gebäudedatenerhebungen Deutschlands. Über 20 Millionen Gebäude wurden mithilfe von 3D-Stadtmodellen, Zensusdaten und einem mehrstufigen Filterverfahren analysiert.
Identifiziert wurden:

77.811 geeignete Gebäude
272.429 realistisch aktivierbare Wohneinheiten
über 20,4 Millionen Quadratmeter potenzielle neue Wohnfläche
0 m² zusätzliche Flächenversiegelung

Präsentiert wurde die Analyse von Michael Dittel, CEO und Gründer von Leaftech, gemeinsam mit Tina Bünsow, Chief Sales Officer.
Michael Mronz, Geschäftsführer von Neues Bauen – 80 Sekunden, eröffnete die Veranstaltung und ordnete die Studie in den Gesamtkontext der Initiative ein.
Constanze Krüger, Head of Public Affairs bei VELUX Deutschland, stellte die Bedeutung klarer Genehmigungswege und bauordnungsrechtlicher Standards heraus.

Um das Potenzial heben zu können, braucht es laut den Partnern insbesondere:
– vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren
– harmonisierte bauordnungsrechtliche Vorgaben (z. B. Brandschutz, Abstandsflächen, Statik)
– verlässliche und langfristige Förderbedingungen
– planerische Sicherheit in angespannten Wohnungsmärkten

Zum Abschluss betonte Michael Mronz die Bedeutung des Schulterschlusses zwischen Politik, Wirtschaft und Fachpraxis:

„Die heutige Zusammenkunft hat deutlich gemacht, wie entscheidend der unmittelbare Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Fachpraxis ist. Nur wenn alle relevanten Akteure gemeinsam Verantwortung übernehmen und ein Ziel verfolgen, lassen sich vorhandene Potenziale zügig aktivieren und zusätzlicher Wohnraum wirksam erschließen.“

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